Im Sommer 2018 stand in fast jeder deutschen Wohnung, die ich besuchte, irgendwo eine Heissluftfritteuse auf der Kuechenarbeitsplatte. Damals dachte ich: Das ist ein Hype, der vergeht. Fuenf Jahre spaeter steht in meiner eigenen Kueche eine. Und in der meiner Nachbarin, meiner Schwester, meines Kollegen. Die GfK, eines der grossen Marktforschungsinstitute in Deutschland, meldete fuer 2024 einen Anstieg der Verkaufszahlen um 11 % gegenueber dem Vorjahr. Im Lebensmittelhandel und in Online-Shops wie MediaMarkt und Amazon.de gehoerten Heissluftfritteusen erneut zu den meistverkauften Kleingeraeten. Der Heissluftfritteuse Trend deutsche Kueche ist also alles andere als vorbei.
Was zunaechst als amerikanischer Trend nach Europa schwappte, hat sich fest in deutschen Haushalten etabliert. Zwischen 2019 und 2024 wurden in Deutschland laut GfK mehr als 12 Millionen Geraete verkauft. Das entspricht roughly einem Geraet pro fuenf Haushalte. Und die Menschen, die eine haben, greifen immer haeufiger dazu — nicht nur fuer Pommes und Chicken Wings, sondern als vollwertige Kuechenhilfe fuer den Alltag.

Wie stark ist der Heissluftfritteuse Trend in deutschen Kuechen wirklich?
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Nach einem sprunghaften Anstieg waehrend der Coronapandemie, als Menschen zuhause kochten und experimentierten, haette man einen Rueckgang erwarten koennen. Stattdessen blieb die Nachfrage stabil. Das Institut GfK Retail and Technology veroeffentlichte im Fruehjahr 2024 seinen Branchenbericht fuer Kuechengeraete: Heissluftfritteusen gehoerten weiterhin zu den drei meistverkauften Produktkategorien im Segment kleine Elektrogeraete — direkt hinter Multifunktions-Kuechenmaschinen und Staubsaugern.
Wer kauft heute noch Heissluftfritteusen?
Es sind nicht mehr nur junge Paare oder Single-Haushalte, die das Geraet kaufen. Laut einer Umfrage des Portals Statista aus Anfang 2024 gehoeren 38 % der Kaeuferinnen und Kaeufer der Altersgruppe 35–54 an. Ein wachsender Anteil — etwa 22 % — sind Menschen ueber 55, die das Geraet vor allem als Alternative zum Backofen nutzen. Der Grund: Eine Heissluftfritteuse aufzuheizen dauert drei bis vier Minuten statt 15 bis 20 Minuten beim Backofen. Fuer eine vierkoepfige Familie, die abends schnell etwas auf den Teller bringen muss, macht das einen echten Unterschied.
Warum die Nachfrage trotz Inflationsdruck stabil bleibt
Ein Gutes-Gewissen-Faktor spielt mit: Wer mit einer Heissluftfritteuse kocht, braucht deutlich weniger Oel als in der klassischen Fritteuse. Konkret laesst sich der Oelverbrauch um 70 bis 90 % reduzieren, wie die Deutsche Gesellschaft fuer Ernaehrung (DGE) in einer Gegenueberstellung festhielt. Bei steigenden Lebensmittelpreisen — Speiseoel kostete 2023 zeitweise das Doppelte wie noch 2021 — ist das ein Argument, das bei vielen Haushalten zieht. Dazu kommt der Aspekt Energie: Eine Heissluftfritteuse verbraucht pro Betriebsstunde etwa 1,5 bis 2 kWh. Der Backofen braucht fuer die gleiche Garleistung schnell das Dreifache.
Die beliebtesten Modelle auf dem deutschen Markt
Der deutsche Markt fuer Heissluftfritteusen ist ausdifferenziert. Von Einstiegsgeraeten fuer unter 60 Euro bis hin zu Multifunktionsgeraeten fuer ueber 250 Euro gibt es eine breite Auswahl. Die Platzhirsche sind weiterhin Philips und Ninja, doch zunehmend holen Anbieter wie Beko, Severin und Moulinex auf.
Philips Premium Airfryer XXL (ab etwa 230 Euro)
Der Philips Airfryer XXL bleibt der Marktfuehrer in Deutschland. Die Rapid Air-Technologie gehoert zu den am besten erprobten Systemen auf dem Markt. Das Fassungsvermoegen von 7,3 Litern reicht fuer ein ganzes Haushuhn — ein Argument, das gerade bei Familienpunktet. Auf Amazon.de hat das Modell Ende 2024 mehr als 14.000 Bewertungen mit einer Durchschnittsnote von 4,5 Sternen. Viele Rezensenten erwaehnen, dass der Airfryer ihren Backofen im Alltag weitgehend ersetzt hat. Die Begleit-App von Philips bietet mittlerweile ueber 400 Rezepte, darunter auch Klassiker wie Kaesspätzle und Schnitzel — keine Selbstverstaendlichkeit fuer ein Geraet, das urspruenglich aus den USA kam.
Ninja Foodi Dual Zone (etwa 220-270 Euro)
Der Ninja Foodi Dual Zone hat sich als Favorit unter Kochbegeisterten etabliert. Das Geraet arbeitet mit zwei Garraeumen, die unabhaengig voneinander gesteuert werden koennen. So laesst sich gleichzeitig Fleisch und Beilage zubereiten. Der Vorteil liegt auf der Hand: Wartezeiten entfallen, und der Garprozess wird effizienter. Auf kuechengott.de, einem der groesseren deutschen Testportale fuer Kuechengeraete, erhielt das Modell die Note 1,7 (gut) und wurde besonders fuer die Doppelkammer-Funktion gelobt.
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Severin Hot Air Fryer (ab etwa 55 Euro)
Fuer Einsteigerinnen und Einsteiger, die nicht sofort ueber 200 Euro ausgeben moechten, bietet Severin seit Jahren solide Geraete unter 60 Euro an. Der Severin AF 2407 kommt mit 5,5 Litern Fassungsvermoegen und zehn voreingestellten Programmen. Das reicht fuer die meisten alltaeglichen Anforderungen. Testsieger.de vergab im September 2024 die Testnote “gut” (1,9) fuer das Preis-Leistungs-Verhaeltnis.

Energie sparen und Geld zurueckholen: Die Rechnung fuer deutsche Haushalte
Ein Argument, das ich selbst lange ignoriert habe, bis ich es durchgerechnet habe: Der Umstieg auf eine Heissluftfritteuse fuer haeufige Kleinigkeiten kann messbare Einsparungen bringen. Die Arbeitsgemeinschaft Energieberatung von Verbraucherzentrale und Co hat das fuer einen Modellhaushalt durchgespielt. Ein Vierpersonenhaushalt, der taeglich eine kleine Mahlzeit (etwa 400 Gramm Gemuese oder Kartoffeln) im Airfryer zubereitet statt im Backofen, spart im Jahr circa 80 bis 120 Euro an Stromkosten — je nach Tarif und Nutzungsverhalten.
Was sich wirklich lohnt: Der Oelwechsel-Effekt
Noch greifbarer wird die Rechnung beim Oel. Eine uebliche Fritteuse faellt fuer ein Familienessen schnell 1,5 bis 2 Liter Oel an. Frisches Oel fuer die Fritteuse kostet im Discounter zwischen 1,20 und 2,50 Euro pro Liter. Wer nur noch zweimal pro Woche mit der Fritteuse arbeitet und sonst den Airfryer nutzt, spart allein daran im Jahr grob 100 bis 150 Euro. Das macht den Kauf eines Geraets fuer 150 bis 250 Euro innerhalb von zwolf bis achtzehn Monaten finanziell wieder wett.
Mehr als Pommes: Wie Deutsche ihre Heissluftfritteusen nutzen
Das Image der Heissluftfritteuse hat sich grundlegend gewandelt. Wahrend sie anfangs fast ausschliesslich mit Pommes, Chicken Wings und TK-Snacks assoziiert wurde, gehoert sie heute bei vielen deutschen Haushalten zur tagtaeglichen Kuechenausstattung. Portale wie chefkoch.de verzeichneten 2024 mehr als 2.300 Rezeptbeitraege mit dem Suchbegriff “Heissluftfritteuse” — dreimal so viele wie noch 2020.
Backen ohne Backofen
Eine Entwicklung, die ich selbst nicht erwartet hatte: Viele Deutsche nutzen ihre Heissluftfritteuse zum Backen. Kleine Kuchen, Muffins, Brot — alles, was in eine 20-Zentimeter-Form passt, funktioniert im Airfryer. Der Vorteil liegt in der kurzen Vorheizzeit und der gleichmaessigen Hitze. Bei einfachen Rezepten wie Bananenbrot oder Zitronenkuchen berichten Nutzer auf kuechenbisti.de, dass die Ergebnisse im Airfryer saftiger seien als im Umluftofen, weil die Feuchtigkeit besser gehalten werde.
Krosses ohne Fett: Schnitzel, Bratkartoffeln, Sperling
Der Klassiker unter den deutschen Gerichten in der Heissluftfritteuse ist das Schnitzel. Mit einer dünnen Panade aus Mehl, Ei und Semmelbröseln wird es bei 200 Grad in zehn bis zwölf Minuten kross — ohne einen Tropfen Öl in der Pfanne. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat das Verfahren in einer Broschüre als geeignete fettarme Zubereitungsart für Fleischgerichte anerkannt. Bratkartoffeln funktionieren ebenfalls hervorragend: vorgegart, mit Schmalz oder Öl vermischt, bei 180 Grad fuenfzehn Minuten — fertig.
Die Kehrseite: Wann sich der Kauf nicht lohnt
So überzeugend der Heissluftfritteuse Trend in deutschen Kuechen auch ist — es gibt Grenzen. Das Fassungsvermoegen auch grosser Modelle bleibt begrenzt. Fuer Grossfamilien oder Menschen, die regelmaessig fuer grössere Runden kochen, ersetzt ein Airfryer keinen Backofen oder einen grossen Backofen. Die Kapazität des Philips XXL mit 7,3 Litern klingt gross, entspricht aber nur etwa einem kleinen Backblech. Wer sonntags fuer zehn Personen kocht, greift weiterhin zum Backofen.
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Hinzu kommt: Nicht jedes Modell hält, was die Werbung verspricht. Stiftung Warentest testete im April 2024 fuenfzehn Heissluftfritteusen und vergab nur drei Mal die Note “gut”. Drei Modelle erhielten die Note “mangelhaft” — vor allem wegen mangelnder Hitzeverteilung oder überhöhter Geruchsentwicklung bei hohen Temperaturen. Wer ein Geraet kauft, sollte daher nicht nur auf den Preis achten, sondern auf Testergebnisse, etwa von Stiftung Warentest (test.de) oder von kuechengott.de.
Haeufig gestellte Fragen zum Thema Heissluftfritteusen
Lohnt sich der Kauf einer Heissluftfritteuse fuer einen Singlehaushalt?
Ja, besonders wenn das Geraet fuer eine Person taeglich genutzt wird. Kleine Modelle mit 3 bis 4 Litern Fassungsvermoegen — etwa der Philips Airfryer Compact — gibt es bereits ab 80 Euro. Aufgrund des niedrigen Stromverbrauchs und der kurzen Vorheizzeit amortisiert sich das Geraet fuer einen Einpersonenhaushalt innerhalb von etwa achtzehn Monaten durch eingesparten Backofenbetrieb.
Wie reinigt man eine Heissluftfritteuse richtig?
Die meisten Einsatzteile sind spülmaschinenfest. Ich empfehle, sie nach jedem Gebrauch von Hand vorzuspülen — angetrocknete Essensreste in der Heissluftfritteuse sind deutlich hartnäckiger als in der Spülmaschine. Das Aussenoe und die Heizspule lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Auf aggressive Scheuermittel sollte man verzichten, da sie die Antihaftbeschichtung angreifen koennen. Laut Herstellerangaben hält eine intakte Beschichtung bei sachgemaesser Pflege drei bis fünf Jahre.
Sind Heissluftfritteusen gesünder als die klassische Fritteuse?
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung bestätigt, dass die Frittierung mit Heissluft bei identischen Lebensmitteln deutlich weniger Fett verwendet werden kann — bis zu 80 % weniger als bei der Ölbad-Frittierung. Das macht das Lebensmittel kalorienärmer. Allerdings: Wer sein Essen anschliessend in Mayonnaise oder Sauce dippt, gleicht den Vorteil wieder aus. Entscheidend ist die Gesamternährung, nicht das einzelne Geraet.
Welches Zubehör ist wirklich sinnvoll?
Mehrere Hersteller bieten inzwischen Backformen, Muffinbleche und Grillroste als Zubehör an. Am sinnvollsten sind Silikonbackformen für Kuchen und Muffins (ab etwa 10 Euro) sowie ein separater Einsatz zum Dämpfen von Gemüse, den es für die meisten gängigen Modelle als Zubehör gibt. Teure Spezialzubehör-Sets lohnen sich meiner Erfahrung nach nur, wenn das Geraet wirklich täglich im Einsatz ist.
Fazit: Der Trend bleibt — aber er wandelt sich
Der Heissluftfritteuse Trend in der deutschen Kueche ist kein Hype mehr, der vorbeigeht. Er hat sich von einem Neuheitsartikel zu einem festen Bestandteil der deutschen Kuechenlandschaft entwickelt. Die Gründe dafuer sind handfest: weniger Oel, weniger Energie, schnellere Ergebnisse und eine wachsende Vielfalt an Rezepten, die speziell für deutsche Gaumen und deutsche Lebensrealitäten entwickelt wurden. Von Schnitzel und Bratkartoffeln bis zu Brot und Kuchen — die Heissluftfritteuse hat sich vom Snacks-Spezialisten zum Allround-Küchengerät gemausert.
Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Geraet zuzulegen, sollte vor dem Kauf drei Dinge klären: Erstens, wie viel Platz auf der Kuechenarbeitsplatte vorhanden ist. Zweitens, wie viele Personen im Haushalt regelmaessig essen. Und drittens, ob ein Testurteil vorliegt — etwa bei Stiftung Warentest oder kuechengott.de. Dann steht dem Einstieg in eine Kueche, die ohne grosses Aufheizen und ohne grosses Oel auskommt, nichts mehr im Weg.
Haben Sie bereits eine Heissluftfritteuse im Dauereinsatz? Welches Modell kochen Sie am haeufigsten? Erzählen Sie uns in den Kommentaren, was bei Ihnen auf dem Speiseplan steht.

